23.5.07

Privilegien

... sind was Wunderbares.

Auf der Schule hatte ich in der Oberstufe als einer der Schülersprecher und dank meines guten Verhältnisses zu ein paar liberalen Lehrern (verhasst beim mehrheitlich stockkonservativen Kollegium) die Narrenfreiheit, kommen und gehen zu können, wann ich wollte.
Die Mitschüler mussten sich an eine monatlich brutaler werdende Regelung halten, die ein Fehlen ohne ärztliches Attest quasi unmöglich machte, auf Zuspätkommen recht schnell mit temporärem Schulausschluss reagierte und deren Widerlichkeit darin gipfelte, dass alle Fehlzeiten aller Oberstufenschüler an einer großen Wandtafel im Lehrerzimmer angeprangert wurden.
Ich war aber immer irgendwie im Dienste der Schule unterwegs. Theater-AG, Schulkonferenz, Sitzung der Schülerverwaltung,... irgendwas fiel mir ein und wenn nicht, dann konnte ich (und einige andere auch) drauf bauen, dass in den Stunden zu machen, in denen die guten Pauker kein Problem damit hatten.

An der Uni habe ich mir durch das ein oder andere Engagement, die ein oder andere Bekanntschaft und den einen Job oder den anderen Posten auch so ein paar Vorteile erschlichen erarbeitet.
Eins davon war, in unserer Bibliothek, die eigentlich nicht ausleiht, ausleihen zu dürfen. Dieses Privileg gab es für die aktive Mitarbeit im Förderverein der Bibliothek. Aktiv bin ich da schon seit über einem Jahr nicht mehr, aber das hat bisher niemanden gestört.
Heute war Schluss mit Ausleihen. Blöd. Hätte zwei Bücher benötigt.

Jetzt muss ich wohl ein paar Wochen mit dem Ausweis meiner Dienststelle ... ach nee, darf ich ja gar nicht.
Wenn meine am Freitag vorgenommene Examensanmeldung in grob einem Monat dann vom universitären Prüfungsamt auch bearbeitet sein wird (...), dann kann ich mit deren Bestätigung, dass ich nun offiziell Examenskandidat bin, wieder ausleihen. Dann ist das nämlich das Privileg für Examenskandidaten.

Bis dahin ärgere ich mich über den spitzfindigen Menschen, der mir für ein paar Tage entprivilegisiert hat.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hhm, schlimm schlimm. Bibliotheksfuzzis!