1.6.07

Übertreibe ich, wenn ich Parallelen zur aktuellen Situation ziehe?

Die Worte der Stadtführerin vermögen, was das Denkmal nicht kann und wahrscheinlich auch nicht soll: die Atmosphäre dieses fernen 2. Juni 1967 greifbar zu machen. Die Wut, die Arroganz der Macht, die Polizeigewalt. Fast sieht man, wie sich die schwarze Staatskarosse einen Weg durch die aufgebrachte Menge bahnt, sieht Eier fliegen, hört die Rufe: "Schah, Mörder", oder "Schah-Schah-Scharlatan!"

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Es sind nur noch Teile übrig von dem Haus, in dessen Hinterhof Ohnesorg von der Polizei in die Enge getrieben, verprügelt und von hinten erschossen wurde. Von der Krummen Straße aus sieht man nur die schmutziggraue Fassade und ein Stück Innenhof mit Parkplatz. Hier muss irgendwo der Kriminalobermeister Karl-Heinz Kurras die Waffe gezogen haben. Irgendwo bei den Fahrradständern entstand auch das berühmte Foto, das eine erschrockene junge Frau zeigt, die neben dem blutenden Ohnesorg auf dem Asphalt kniet.

Heute erinnert hier nichts an den brutalen Tod eines Unschuldigen, nichts an die Schamlosigkeit, mit der Polizei und Springer-Presse zunächst versuchten, den Mord den Demonstranten anzuhängen. Nichts an die ungeheure Wut und die Ohnmacht, die viele damals empfunden haben.

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Ein kümmerliches Denkmal, ein schäbiger Innenhof, den nur eine Stadtführerin findet, und ein Foto. Ist das alles, was vom Tod Benno Ohnesorgs blieb? Ulrike Lippe sagt, sie denke gerade wieder viel an damals. Der Streit um die Begnadigung von RAF-Terroristen, der Buback-Mord, die ganze Opferdiskussion. "Der Polizist, der freigesprochen worde, hat sich nie bei Ohnesorgs Familie entschuldigt", sagt Lippe.
Den ganzen Artikel gibt's hier (via).

Kommentare:

Cosmo Croc! hat gesagt…

Nö !

kfmw hat gesagt…

Du bist zu früh! Das wollte ich um 00.01 Uhr machen. ;)