23.9.07

Karlsruhe Hauptbahnhof. Letzter Teil einer Trilogie

"Ich will noch was ausprobieren in meinem Leben. Mich würde interessieren, wie es so mit jungen Männern ist", sagtest du deiner besten Freundin und ich saß im Raum. Ich musste spontan an die Sex and the City-Folge denken, in der Carrie morgens nach einer tollen Nacht in der Jungs-WG aufwacht und kein Klopapier mehr in der Toilette ist. Ob du Sex mit mir toll finden würdest? Ich würde zumindest kein Klopapier als Kaffeefilter missbrauchen.
Ich repariere kaputte Stromleitungen in deiner Wohnung. Ich passe auf deine Tochter auf, während Du mit deiner besten Freundin um die Häuser ziehst. Ich esse bei Dir, weil in meiner Absteige keine Küche ist und die Pide am Marienplatz zwar lecker aber teuer und auf Dauer langweilig ist.
Ich fahre dich und deine Tochter nach Karlsruhe, wo die Kleine am Hauptbahnhof von ihrem Vater abgeholt wird. Wir sind zu früh dort. Wir sitzen im Mc Donald's und warten. Die Kleine steigt mit ihrem Vater in den Zug. Wir sind allein.

Über ein Jahr später sitzen wir in einer Wirtschaft im Schlesischen und trinken. Eine hitzige Diskussion zwischen dir, mir und der Nachwuchskünstlerin. "Jetzt möchten sich mal die Erwachsenen unterhalten, geh doch mal zu Deinen Freunden an den Nachbartisch", sagtest du. Ich verstummte umgehend, richtete mich auf, wollte gehen und zog die Tischdecke mit all den Getränken hinter mir her, stolperte und schob Euch den Krempel wieder auf dem Tisch.
Und trank. Am nächsten Morgen wachte ich auf, weil die Putzfrau das Hotelzimmer reinigen wollte. Noch 20 Minuten bis zur Abfahrt meines Zuges. Ich warf mir die Kleider über, ging an der Rezeption vorbei ohne zu zahlen, besorgte mir in einem Kiosk auf der Bahnhofstraße eine Stange Zigaretten und zwei Flaschen Wodka und ging ans Gleis. Hinter Cottbus ließ ich mir im Bordrestaurant ein Rührei zubereiten.

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