20.11.07

Raus, was keine Miete zahlt

Ich habe nur ein ganz leicht entfremdetes Verhältnis zu öffentlichen Bedürfnisanstalten. Ich bekomme die seltsam intimen Momente, in denen mann plötzlich allein zu zweit mit dem Chef vom Chef oder so an den Urinalen steht, meist ganz gut gedeichselt. Ich frage mich zwar, warum mann da immer (IMMER!) Konversation betreiben muss, wenn mann sich unter irgendwie Bekannten beim Pinklen trifft, aber ich spiele problemlos mit.
Auch sonst, kann ich, wenn ich muss. Selbst noch so versiffte Toiletten in polnischen D-Zügen oder Pariser Bars oder Berliner Universitäten stellen für mich im Fall des Falles keine unüberwindbare Hürde dar. mit der entsprechenden Sicherheitsbesohlung des Schuwerks, ein wenig Zehenspitzenakrobatik, viel Taschentüchern und freischwebend-meditativer Sitz- und Beugehaltungen geht alles. Irgendwie.

Was ich nicht kann, ist, mich völlig ungezwungen heimisch fühlen. Ich versuche vor allem, Geräusche zu vermeiden. Wenn ich in der Kabine sitze, soll ja keiner am Pissoir hören können, dass ich es bin, der da sein Geschäft verrichtet.
Dem Typen, der vorhin nebenan saß, ging das auch so. Kein Wunder, bei dem Gestank, den er verbreitet hat durch seine Notdurft. Der Kollege aber, der dann reinkam, seinen Hintern hörbar mit Genuss auf die Brille klatschen ließ, dann rülpste und dann erst einmal ausgiebig furzte, bevor er zum eigentlichen Grund eines Klobesuchs überging, der hat wohl ganz andere Probleme als ich.

1 Kommentar:

Saint hat gesagt…

"Ich versuche vor allem, Geräusche zu vermeiden.

Da muß ich gerade furchtbar lachen!