28.11.06

Wer bin ich

Dieser Post ist Herrn Stein gewidmet.
Schon wieder und immer noch Identitätsfragen. Beziehungsweise mal eine Antwort:


"Auf der bunten Blumenwiese
geht ein buntes Tier spazieren
wandert zwischen grünen Halmen,
wandert zwischen Schierlingspalmen
freut sich, daß die Vögel singen,
freut sich an den Schmetterlingen
freut sich daß sichs freuen kann,
aber dann [...]
Durch die Stadt und durch die Straßen
geht das bunte Tier spazieren;
geht - und denkt so vor sich hin:
"Stimmt es, daß ich gar nicht nichts bin?"
Alle sagen, ich bin Keiner
nur ein kleiner
Irgendeiner...
obs mich etwas gar nicht gibt?
Bin kein Fisch, kein Pony und
auch kein Nilpferd und kein Hund,
nicht einmal ein Hundefloh,
ooohhh!

und das kleine bunte Tier,
das sich nicht mehr helfen kann,
fängt beinah zu weinen an
aber dann...

aber dann bleibt das Tier mit einem Ruck,
mitten im Spazierengehen,
mitten auf der Straße stehen,
und es sagt ganz laut zu sich:
sicherlich
gibt es mich:

Ich bin ich!"

Kommentare:

johannag@schmusemail.de hat gesagt…

Du bist Du, und das ist auch gut so! Lieber Björn, ich lese jetzt jeden Tag Dein Blog und freue mich schon darauf, was Du morgen wieder Schönes schreibst. Dein Johanna

Herman Stein hat gesagt…

Du bist ja soooo süß, lieber Björn, ich fühl mich auch schon richtig hingezogen zu Dir. Ich weiß jetzt auch, wer Ich ist! Und weil Du mich an eines meiner ersten Bücher erinnerst, widme ich Dir nun einen Auszug daraus:

"Lustig geht es zu bei den Feldmäusen! Sie wohnen hier in dieser alten Mauer. Sie haben es schön, besonders im Sommer, wenn es warm ist und das Getreide auf den Feldern wächst.
Aber nach dem schönen Sommer kommt nun der Herbst. Die kleinen Feldmäuse müssen an den langen, kalten Winter denken, der bald beginnt! Sie müssen für Vorräte sorgen und sie sammeln Körner, Nüsse, Beeren und Stroh. Alle arbeiten schwer.
Alle - bis auf Frederick. Schau, da sitzt Frederick und guckt Löcher in die Luft, während wir die Vorräte in schweren Säcken ins Versteck tragen!
Frederick, warum arbeitest du nicht? Ich arbeite doch, ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten Wintertage!
Und nun, Frederick, was machst du jetzt? Ich sammle Farben, denn der Winter ist dunkel und grau!
Schläfst du, Frederick? Träumst du?
Aber nein, ich sammle Wörter! Es gibt viele lange Wintertage - und dann wissen wir nicht mehr, worüber wir sprechen sollen!

So war es im Herbst bei den Feldmäusen. [...] Nun ist es Winter geworden. Draußen ist es kalt und die Feldmäuse haben sich in der alten Mauer versteckt.
In der ersten Zeit gibt es noch viel zu essen, und die Mäuse erzählen sich Geschichten und sind fröhlich.
Aber bald fällt ihnen nichts mehr ein und es wird langweilig. Nach und nach haben sie fast alle Nüsse und Beeren aufgeknabbert. [...] Es ist auf einmal sehr ungemütlich zwischen den Steinen in der alten Mauer und keiner will mehr sprechen. [...] Frederick, was machen deine Vorräte! Du hast doch die Sonnenstrahlen gesammelt [...]

Denkt an die schöne Sommerzeit,
an Tage voller Fröhlichkeit!
Wie warm war da der Sonnenschein!
Fällt es euch endlich wieder ein?

Denkt dran, der Herbst war bunt und schön!
Könnt ihr vor euch die Farben sehn?
Denkt an den Sommer, bunt und grün,
wenn all die vielen Blumen blühn!

Oh Frederick, oh Frederick, du bist ja ein Dichter!

Vielen Dank, ihr lieben Mäusegesichter!"